RC Tourenwagen / Onroad · Setup-Coach
● Einstellungen lokal
Fahrzeugphysik → eine Maßnahme → Wirkung überprüfen

Setup-Coach für Einsteiger

Der Assistent trennt Snap Oversteer von gleichmäßigem Übersteuern und unterscheidet beim Kippen vier unterschiedliche Ursachen, bevor er Änderungen vorschlägt. Du siehst den physikalischen Mechanismus, die erwartete Wirkung je Kurvenphase, Nebenwirkungen und einen kontrollierten Test. Bei unklarer Geometrie bleibt die Wirkung ausdrücklich eine Hypothese. Die Reihenfolge berücksichtigt den beobachteten Auslöser, den Prüfaufwand und mögliche Nebenwirkungen.

ZWEI GETRENNTE SETUP-MODI

Welches Fahrzeug stimmst du ab?

Grip-Tourenwagen und heckgetriebene 2WD-Drifter haben unterschiedliche Ziele. Der Wechsel tauscht die Diagnose vollständig aus; deine jeweiligen Eingaben bleiben getrennt gespeichert.

1 · Was macht dein Auto?

Kein Universalrezept: Ein loses Heck kann je nach Befund MEHR oder WENIGER Ausfederweg benötigen. Nur den tatsächlich freien Weg und den Anschlag beurteilen – sichtbares Nicken allein genügt nicht.

So prüfst du den Ausfederweg richtig

Auto fahrfertig auf definierter ebener Fläche: Bodenfreiheit und Radposition messen. Chassis langsam anheben, bis ein Rad gerade vom Boden abhebt, bzw. mit passender Lehre den Weg am Querlenker messen. Immer dieselbe Methode, rechts/links identisch. Bei vielen Downstop-Lehren bedeutet eine größere Zahl WENIGER tatsächlichen Ausfederweg – zuerst die eigene Lehre prüfen. Ausfederanschlag ist nicht Einfederanschlag/Durchschlagen; Bodenfreiheit, Sturz, Spuränderung und freien Dämpferhub kontrollieren.

2 · Was ist an deinem Auto verstellbar?

Es werden nur von dir bestätigte Einstellmöglichkeiten vorgeschlagen. Bei „Weiß ich nicht“ beginnen wir mit Messungen und Diagnose. Rollzentrum und Ackermann brauchen eine überprüfte Fahrzeuggeometrie. Für das hintere Rollzentrum zusätzlich den Heckbefund auswählen.

Vor jeder Änderung: Reifen, Leichtgängigkeit, Tweak und links/rechts gleiche Werte prüfen. Nur eine Einstellung ändern und die Ausgangsposition notieren.
Problem, Kurvenphase und Ausstattung angeben. Es folgt eine physikalisch begründete Diagnose.
Bauteil → Wirkung → Einschränkung

Setup-Wissen

Technische Kurzerklärungen für jedes einstellbare Bauteil. Die tatsächliche Reaktion hängt von Fahrzeug, Reifen, Strecke und Einbaugeometrie ab. Snap Oversteer ist ein plötzlicher Haftungsabriss, keine eigene magische Fahrwerksgröße.

Wichtig bei Federn und Stabilisatoren: Federn: kein direkter universeller Grip-Schalter. Vorn relativ steiferer Stabi: im Grundmodell weniger VA-Haftungsreserve, aber eine schnellere Einlenkreaktion kann subjektiv mehr Lenkung vermitteln. Der Coach trennt Mechanismus, erwartete Wirkung und möglichen Sonderfall.
Grundlage · Fahrzeugdynamik

Wirkung statt Setup-Mythen

Interaktives Lehrmodell der seitlichen Radlastverlagerung. Du kannst nachvollziehen, weshalb ein niedrigerer Schwerpunkt oder eine breitere Spur physikalisch anders wirkt als ein härterer Stabilisator. Keine Simulation eines konkreten Autos und keine berechneten Grip- oder Rundenzeiten.

Stelle das Beispielauto ein

Wichtig: Der VA-Anteil ist hier eine freie Modellannahme, keine direkte Umrechnung einer Stabi-Stärke in Prozent. Stabis beeinflussen die Aufteilung, Schwerpunkt und Spur die gesamte Verlagerung.

Radlasten in einer Linkskurve

Linke Räder = innen, rechte Räder = außen. Balkenhöhen zeigen Modellwerte in Newton (N), keine Haftung.

Gesamte seitliche Lastverschiebung
–
Davon Vorderachse
–

Diese vier Regeln verwendet der Coach

Stabilisator
Vorne relativ steifer → mehr Anteil der Wank-/Radlastverlagerung vorn → im üblichen lastempfindlichen Reifenmodell weniger Vorderachs-Haftungsreserve. Geometrie kann abweichen.
Schwerpunkt & Spurbreite
Tieferer Schwerpunkt oder breitere Spur → bei gleicher Querbeschleunigung weniger seitliche Radlastverlagerung (im vereinfachten Modell). Bodenfreiheit und Klassenlimit beachten.
Dämpfer
Beeinflussen vorrangig Geschwindigkeit und Verlauf der Bewegung. Im stationären Grundmodell keine Änderung der gesamten Radlastverlagerung.
Ausfederweg
Mehr Weg kann bei zu frühem Ausfederanschlag den Radkontakt auf Wellen verbessern; weniger Weg kann bei nachgewiesen übermäßiger Ausfederbewegung einen glatten Lastwechsel beruhigen. Beides ist kein allgemeines Grip-Rezept. Ausfederweg beseitigt nicht die gesamte, durch Beschleunigung erforderliche Längslastverlagerung.
Modellgrenzen: Annahmen: gleiche Spurbreite VA/HA, statische Achslastverteilung 50:50, ebene Strecke und starres Gesamtmodell. Elastische/geometrische Anteile, Rollzentrum, Reifensteifigkeit, Sturzänderung, Aerodynamik und Antriebseinfluss sind nicht berechnet. Vereinfachung: ΔF = m · (ay) · h / t; dies ist die Last, die insgesamt von den kurveninneren auf die kurvenäußeren Räder wandert. Bei Radabheben ist das Modell nicht mehr gültig.